am 23. Oktober 1989 .PP Mein Zweck ist nicht das Leben durch Begriff oder Gedanken zu ersetzen, nicht einmal das Leben durch den Gedanken zu erkla#ren, denn es erkla#rt sich selbst, sondern das was ich meine gesehen und verstanden zu haben, so schlicht und klar aufzuzeichnen, wie es in meinen Kra#ften liegt. .PP Es ist ein schadhafter Irrtum vorauszusetzen. dass sich des Menschen Wohlsein ku#nstlich herbeifu#hren liesse, Wie die Bedingungen unter denen eine Pflaze gedeiht, so sind die Umsta#nde unter denen der Mensch gesund und glu#cklich ist, heikel und zerbrechlich und schwer zu bestimmen. Deshalb sollte es das ho#chste Gesetz der Staatskunst sein, den Menschen in Ruh zu lassen. .PP Doch ist dies nicht mo#glich, weil die Menschen aufeinander angewiesen sind. Die Zusammenarbeit welche ihr Wohlsein, wenn nicht gar das Leben selbst begru#ndet, erfordert gesellschaftlichen Zwang. Der Widerspruch zwischen dem was die Gesellschaft fordert und was der Einzelne bedarf la#sst sich nicht lo#sen. So erscheint eine Insuffizienz, ein Mangel am menschlichen Leben in der Gesellschaft welcher durchaus vergleichbar ist mit den ko#rperlichen und geistigen Unzula#nglichkeiten des Einzelnen. .PP Aber alle Einrichtungen, welche des Menschen Leben zu fo#rdern bestimmt sind, sollen verda#chtig sein.