am 6. Mai 1989 .PP So oft ist mir der Gedanke gekommen, dass ich fast sicher bin, ihn schon irgendwo aufgeschrieben zu haben, dass je dichter die Bevo#lkerung bei einander lebt, umso unvermeidlicher la#uft das o#ffentliche Leben auf eine totalita#re Organisation der Gesellschaft hinaus. Denn die Menschen meinen, und vielleicht mit Grund, sich gegeneinander schu#tzen zu mu#ssen, und zu diesem Zwecke ersinnen sie ein Gesetz nach dem anderen, bis es so viele Gesetze und Regeln gibt, dass jede Phase individueller Existenz kontrolliert wird. U#ber dies sind die Gesetze derart verwickelt, dass sie genau betrachtet unversta#ndlich sind. Da ist es sinnlos Recht oder gar Gerechtigkeit zu erwarten. Auch weiss der Staat nicht was er erzielt es sei denn lediglich die Anwendung seiner Macht. .PP Hinzu kommt, dass sie diese Gesetze und Regeln Fragen entscheiden sollen, welche nicht nur meist von den Gesetzgebern nicht verstanden waren, sondern welche in vielen Fa#llen u#berhaupt unbekannt und unentscheidbar sind. So wird der Handelnde, der den Gesetzen unterworfen ist, gezwungen in einer ku#nstlichen imagina#ren Welt zu wirken Er wird in eine Lage versetzt in der eine vernu#nftige, aufrichtige Handlungsweise eine Unmo#glichkeit ist.