.PP am 1. Februar 1989 .PP der erste Monat des neuen Jahres liegt hinter mir. Ich habe ihn mit Arbeit oder Spielerei an meinem Computerprogramm, wie man es immer nennen mag, verbracht, vertan. Meine Praxis fa#hrt fort besta#ndig abzunehmen, ohne dass ich mich gedrungen fu#hle irgend etwas dagegen zu unternehmen. Ich bin ein wenig traurig, aber nicht so sehr, dass ich vom arbeiten behindert wa#re. Ich ernte nun so wie ich einst sa#te. Aus der Leidenschaft zum Gedanken erblu#ht mir nun die eigene Welt. Vor dreissig Jahren, als ich jung war, setzte ich mich daran ein Buch zu schreiben. Was ich anstrebte, obgleich ich es damals noch nicht so klar verstand, war, um in ihr zu Hause sein zu ko#nnen, mir eine Einrichtung fu#r die eigene geistige Welt zu verschaffen, Dies war ein weit gro#sseres und schwierigeres Unternehmen als ich damals ahnte. Auch war ich mir der nur ausnahmsweise u#berbru#ckbaren Klu#fte bewusst, welche den einen Menschen von dem anderen trennen. Diese Entfernung ist es, welche letzten Endes dem Menschen seine einzigartige Wu#rde, die ihm seinen Tod verleiht. .PP Man verdenke es mir nicht, wenn ich darauf hinweise, dass schon seinem Wesen gema#ss, alles Leben auf den Tod als auf sein Ziel hinausstrebt. So gross ist die Angst vor ihm, welche uns eingeboren ist, dass wir den Blick auf ihn nur schwerlich ertragen. Und doch ist es gerade das Betrachten des Todes welche uns angesichts seiner tapfer, gleichmu#tig und wohlgemut stimmt, bis wir es vermo#gen ihn in unseren Lebenskreis einzufu#gen. .PP Es ist zu eng gedacht, den Tod lediglich als Grenze unseres ko#rperlichen, biologischen Daseins zu betrachten. Ich erkenne ihn in allem Schwinden, in allem Vergehen dem die Erwartung unterliegt. So zum Beispiel auch im Schwund meiner medizinischen Praxis, in dem Verlust an Gu#tern und Freiheit, von der Krankheit ganz abgesehen.