am 18 Dezember 1988 .PP Man betrachtet das Lernen als jene Entwicklung des Geistes welche dem Menschen die Wirklichkeit oder die Wahrheit erschliesst. Andererseits ist das Lernen aber auch wieder jener Prozess welcher die Fa#higkeiten des Menschen entwickelt, der ihm Kunststu#cke beibringt, der ihn ausbildet, trainiert, der ihn dressiert, in mehr raffinierter Weise, aber doch letzthin ununterschiedlich von der Dressur eine jeden anderen Tieres. Besteht denn ein grundliegender Unterschied, zum Beispiel, ob man einem Ba#r das Tanzen beibra#chte, oder einem Kind das Geigen? In vergleichbarer Weise muss auch die Entwicklung des Menschen zur Erkenntnis, zur Wissenschaft, als eine "Ausbildung", ein Training, eine Art Dressur gedeutet werden. Die Bedeutung des Wahrheitserlebnisses als Ergreifen einer transzendenten Wirklichkeit bleibe dahingestellt. Besonders u#berzeugend wird durch diese Deutung der Inhalt der modernen technischen Ausbildung erkla#rt. Sie bewirkt es, dass der Einzelne in einen geistigen Nexus eingegliedert werde, und befa#higt ihn als Mitarbeiter dem Wissenschaftsbetrieb beizutreten. Die Behauptung, dass es sich bei den Vorstellungen welche sie fo#rdern um Wahrheit oder um Wirklichkeit handelt verleiht diesen Bemu#hungen und dem Leben welches in ihnen erscho#pt wird einen Glanz, ein gewisses Mass Wu#rde, dessen es sonst ermangelte. (which it would otherwise lack.) Vor allem aber gewinnt der Einzelne durch die Vorstellung dass es um Wahrheit geht, und dass die Wirklichkeit erreichbar sein sollte, ja dass er sie erreicht haben sollte, eine sonst unerreichbare Selbststa#ndigkeit, Autonomie, welche sich daraus ergiebt, dass er geistig nunmehr unabha#ngig von dem Geflecht gesellschaftlicher Beziehungen geworden zu sein scheint, dass sein geistiges Leben in der Natur gegru#ndet ist. Sobald diese Gedanken ausgesprochen sind, wird ihre objektive Fehlerhaftigkeit offenbar. Denn objektiv ist es dem Menschen natu#rlich unmo#glich