am 22. Mai 1988 .PP .na Vielleicht ist es des Fru#hlings Kommen das mich so ungebu#hrlich versto#rt hat. Als ich gestern entdeckte, dass M die niedrigen Zweige der Schierlingstanne abgesa#gt hatte, da fu#hlte ich als ob der Abbruch mir selbst zugefu#gt worden wa#re. Ich bin mir durchaus im unklaren in wie fern es schicklich oder tunlich ist so intimes Erleben diesen Aufsa#tzen anzuvertrauen. Einerseits wird es durch die Aussprache, durch die Ausfu#hrung (elaboration), an den Tag gebracht, ausgestetzt der Verstandessonne und dem Mitteilungswinde welche es von seinem Schmerz befreien und welche sein Geheimnis von ihm nehmen, welche es verharmlosen und nichtig machen. Und vielleicht ist gerade die Aufgabe der Kunst einerseits dem Leidenden den Sturm der Gefu#hle zu ba#ndigen und zu beschwichtigen und andererseits dem Unbetroffenen einen Einblick in eine sonst ungeahnte Gefu#hls- und Gedankenwelt zu ero#ffnen. Das eben wa#re ihr verblu#ffendes Geheimnis. Oder wa#re sie darum zu schelten, dass sie uneintra#gliche Gefu#hle oder untaugliche Gesinnungen, welche so bald als mo#glich u#berwunden werden sollten, dauerhaft macht. Mir jedenfalls liegt nichts daran, dass Geschehene vor meinem Gemu#t wachzuhalten.