.PP am 30 April 1988 .PP .na Auch die Liebe zum Vaterland, die Verehrung der heiligen Stadt vermag zum Go#tzendienst auszuarten, wie der Staat Israel ihn gegenwa#rtig zur Schau gibt. Dies ist ein schwieriges Thema dessen Problematik nicht nur in Konflikten des Gefu#hls sondern auch in Zweideutigkeiten der Logik wurzelt. Die Liebe zur Stadt verschmilzt mit der Liebe zur Landschaft, und die Liebe zur Landschaft geht in die Liebe zur Natur u#ber. Die Liebe zur Natur ist die Liebe zu Gott. Irgendwie also grenzt die Liebe zu Gott an Go#tzendienst, d.h. an die Liebe zur Welt und zu weltlichen Dingen, in der Wirklichkeit wie in der begrifflichen Darstellung. .PP Aber dieses als Go#tzendienst verpo#nte seelische Verschmelzen mit den von uns erkannten Dingen, diese Ehrfurcht und Fro#mmigkeit in Angesicht des Gewohnten und Gewo#hnlichen la#sst sich, glaube ich, dennoch von Gottesfurcht unterscheiden, eben darin, dass der Go#tzendienst ein Abschluss zu sein scheint, eine Antwort, eine Lo#sung welche durch ihre Beschlossenheit (conclusiveness) den Menschen zugleich in Schutz und in Haft nimmt ihn einschra#nkt und ihn der Erlebnis und Erkenntnisfa#higkeit beraubt, wa#hrend die Gottesfurcht dessen Gegenteil ist. .PP In seiner urspru#nglichen Gestalt ist das Verbot zum Go#tzendienst der mo#glichen Doppelwertigkeit des Go#tzen als Gott mit der Einsicht begegnet, dass der wahre Gott unsichtbar und namenlos sein muss. Eine Beschra#nkung des Go#ttlichen vom Menschlichen, denn der Mensch lebt mit seinen Begriffen und Namen unter Bildern und in mitten von Gegensta#nden, und von all diesem was die Welt des Menschen ausmacht, wird das Go#ttliche abgetrennt und ausgeschieden, wird sozusagen daru#ber gestellt. .PP Das Gebot, Trachtet erst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, ist eine Besta#tigung, ein "restatement" der Bannung des Go#tzendienstes, und deutet die Art der Verwirklichung dieses Bannes an. Sie besagt vor allem in Bezug auf die Anbetung und Verherrlichung, "Nicht dieses", Nicht hier", und weist den Menschen auf eine unscheinbare jenseitige Verpflichtung, von der behauptet wird sie sei das Einzige was not tut. Aber den Inhalt dieses jenseitigen bezeichnet es mit nichts als mehrdeutigen Formeln. Tatsache ist, dass die Abweisung vom Go#tzendienst den Menschen auf sich selbst auf sein Inneres, auf sein Erleben, auf das unscheinbare geheimnissvolle Entstehen und Schwinden seiner Gefu#hle und Gedanken hinweist. Es geht auf Besinnung, aud Verdichtung, auf Kristallisierung des Erlebens heraus, dessen Ergebnis nur deshalb nicht zum Go#tzenbild wird, weil es wie das Leben selbst verflu#chtigt. .PP So bewirkt das Go#tzenverbot zum ersten die Invididualisierung der Perso#nlichkeit. Die Anbetung des Go#tzen ist Kommunalunternehmen. Die Beziehung zum Gotte ist eine perso#nliche. Fu#r den frommen Menschen entsteht die Beziehung zum Volk eigentlich erst als Folge (Konsequenz) seiner Beziehung zur Gottheit. Damit Bru#derlichkeit auf Erden entstehen kann, muss Gott als Vater erkannt werden. Fu#r den profanen Menschen, hingegen, entsteht die vermeinte Beziehung zu Gott, eigentlich zum Go#tzen, als Folge seiner Zugeho#rigkeit zum Volk. Der Gottesfu#rchtige betet in Abgeschiedenheit. Der Tanz um das Goldene Kalb ist ein o#ffentlicher. .PP Wie verha#lt sich der Patriotismus mit der Fro#mmigkeit. Gibt es Umsta#nde unter denen es mo#glich ist, dass die Anbetung von Volk mit der Anbetung von Gott vereinbar wa#re?