.PP am 6. Dezember 1987 .PP .na Platon hatte schon recht, als er bestimmte, dass ein junger Mensch zur Philosophie untauglich sei. Denn des Menschen Jugend wird durch die Vorstellung beherrscht. Anders gesagt, durch das Ideal, durch die lu#ckenlose Verbildlichung der eigenen Hoffnungen und Vorstellungen. Durch Idealisierung also. Unvermeidlich ist es auch, dass der junge Mensch, dessen Leben mit dem Bedu#rfnis mit der Notwendigkeit zu lernen, sich ein Bild von der Welt zu eigen zu machen, erfu#llt ist, dem sokratischen Gebot die eigene Unkenntnis einzustehen nur ungenu#ge Folge leisten kann. Es ist unmo#glich zu ein und derselben Zeit Lernender zu sein und sein Nichtwissen in irgendeiner Weise zu besta#tigen, es sei denn in der, dass er ein Lernender ist. Das Gesta#ndnis, scio me nescire, ich weiss, dass ich nichts weiss, bezeugt eine intellektuelle Demut, bezeugt eine intellektuelle Todesbereitschaft, welche der Todessehnsucht die das sokratische Denken fa#rbt innig verwandt ist. Dem Tod freimu#tig entgegen blicken, ihn vorsichtig und ehrfu#rchtig erwu#nschend, ihn als Beschluss des Lebens zu ersehnen, die eigene Sterblichkeit einzugestehen als die Grenze des ko#rperlichen Lebens, und das Nichtwissen als die Grenze des Geistigen, das alles kann man erst, wenn man alt genug geworden ist gelebt zu haben. .PP Gestern haben Klemens und Laura uns ero#ffnet, dass sie ein Kind erwarten, und darauf hin ist es mir eingefallen, dass mein scheinbar so zielloses Schreiben vielleicht doch den Sinn haben ko#nnte, dem ku#nftigen Grosskinde einen Bericht zu hinterlassen, von dem was ich erkannt zu haben meine.