am 27. September 1986 .PP Erstaunlich mutet es mich immer wieder an, wie vielerlei in meinem privatem Leben geschieht. Habe ich doch keine Veranlassung anzunehmen, dass meines aus irgend einem Grunde ereignisreicher sei als das Leben anderer Menschen. Es mag sein, dass dieses mein Bewusstsein der Vielfa#ltigkeit und Verschlungenheit der Ereignisse nichts als Ausdruck des Selbstbewusstseins, Erscheinung des ununterdru#ckbaren Egoismus$, oder eine (surreptitious) verholene Entschuldigung dafu#r dass es mir nicht gelingen will etwas wesentliches zu schaffen. .PP Die tatsa#chlichen Ereignisse, dass Mutti wegen des zusa#tzlichen Gehaltes von mir Jean ins Verho#r genommen hatte, hatte Jean gefragt, ob Jean von mir Geld beka#me, was Mutti doch wusste, und Jean hatte alles geleugnet und gelogen. Diese Szene fand stat gerade in dem Augenblick wo mein Anruf das Telephon erklingen machte, das von Jean beantwortet wurde, und sie unmittelbar befa#higte mir ihr Unbehagen mitzuteilen. Sie bat mich insta#ndig, zu sagen, ich ha#tte ihr Geld angeboten, sie aber ha#tte es abgewiesen. Ich liess Mutti an den Apparat kommen, und redete hart und scharf mit ihr, drohte ihr mit dem Altersheim, wenn sie die Auseinandersetzung wegen des Gehaltes mit Jean fortfu#hrte. Ich schalt sie auch als geldgierig und geizig, uns scha#mte mich in dem Augenblick da ich so urteilte. Die Unterhaltung hat die erzielte Wirkung gehabt. Jean erza#hlte mir bei einem Telephongespra#ch einige Tage spa#ter, Mutti ha#tte ihr gesagt, sie solle irgend Geld dass ich ihr anbieten mo#ge, ruhig annehmen. "Just take it", she said. .PP Mich hat die Traurigkeit dieses Zufalles, und mehr noch, der geistig-seelischen Verfassung, welche er widerspiegelt, wochenlang betru#bt und bedra#ngt. Mutti uns Papa beide waren mir sehr gram. Papa sprach garnicht mit mir am Telephon, und Mutti nur um mir zu erza#hlen, wie sehr ich sie verletzt hatte, und wie schmerzhaft sich noch an dieser Verletzung litte. Nach einer Woche entschuldigte ich mich fu#r das Urteil von Geiz und Geldgier. Kurz danach a#nderte Mutti vollkommen ihr Benehmen, wurde sachlich und zuvorkommend, dru#ckte Besorgnis aus u#ber Jeans Wohlergehen. Auch Papa wurde wieder gespra#chiger. .PP Der Vorfall geho#rt in die Reihe der Streitigkeiten mit meinen Eltern welche den Lauf des sich dahinziehenden Lebens zuweilen getru#bt haben. Und doch muss ich gestehen, dass ich aus einem jeden von ihnen gelernt habe, u#ber mich selbst, und u#ber sie welche die Welt meiner Kindheit bestimmten. Ich weiss nicht ob es tunlich wa#re, dies Thema weiter auszufu#hren, eine Liste zu machen, von all den Auseinandersetzungen die ich jetzt noch in Erinnerung habe. Ich verga#sse sie so gerne, und kann's doch nicht.